Der Mensch und die Welt

Einer meiner Lehrer war ein hochintelligenter Mann. Eines Tages brachte er ein paar Stücke Karton mit. Er hatte die ganze Weltkarte in kleine Stücke geschnitten und legte sie auf sein Pult. Dann fragte er: »Kann einer von euch nach vorne kommen und diese Teile in die richtige Ordnung bringen?« Viele versuchten es und mussten aufgeben. Aber ein Junge, der zugesehen hatte, wie alle gescheitert waren und keiner es schaffte, die Stücke wieder zu einer Weltkarte zusammenzusetzen, besah sich ein Stück von der Rückseite. Dann drehte er alle Stücke um und entdeckte das Bild eines Menschen. Er arrangierte das Bild des Menschen auf die richtige Art, was ganz leicht ging - das war der Schlüssel! Auf der einen Seite war das Bild des Menschen angeordnet und auf der anderen Seite die Weltkarte. Vielleicht ist es genauso mit der richtigen Welt. . . Wenn wir den Menschen auf die richtige Art arrangieren können, wird auch die Welt richtig angeordnet sein. Wenn wir den Menschen still, friedlich und liebevoll machen können, werden die Nationen verschwinden, werden die Kriege verschwinden, wird diese ganze schmutzige Politik verschwinden. (Osho)

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Man tut, was man kann...

Es war einmal ein berühmter Samurai, der über all die Jahre für seinen Herren schon viele Kämpfe in unzähligen Kriegen gewonnen hatte. Aber es kam der Tag, an dem er erstmals einen Kampf verlor. Gedemütigt und voller Zorn gegen sich selbst und gegen den Rest der Welt, wollte er seinem nun scheinbar unwürdigen Leben ein Ende bereiten. Er ritt die staubige Landstraße entlang und dachte darüber nach, wie er sich am grausamsten und auffälligsten umbringen könnte. Plötzlich sah er vor sich auf dem Weg etwas liegen. Er hielt an und erkannte, dass es ein kleiner Spatz war. Dieser lag auf dem Rücken und streckte seine winzigen Füßchen zum Himmel. Der Samurai, der wegen des Vogels aus seinen Gedanken gerissen worden war, schrie den Spatz an: "Geh mir aus dem Weg, du nichtsnutziges Federvieh!" Der Spatz aber antwortete: "Nein, lieber Samurai, das werde ich nicht tun. Ich habe eine große Aufgabe zu verrichten." Der Samurai war ganz überrascht und erstaunt über die selbstbewusste Antwort des Vogels. Er stieg von seinem Pferd, beugte sich zu dem Spatzen hinunter und fragte: "Verrat mir, was so wichtig ist, dass du mir den Weg nicht freimachen willst?" "Oh", sagte der Spatz, "man hat mir gesagt, dass heute der Himmel auf die Erde fallen wird. Und deshalb liege ich nun hier. Ich werde ihn mit meinen Füßen auffangen." Als dies der Samurai hörte, fing er an zu lachen. Er konnte sich kaum beruhigen, so sehr schüttelte es ihn. Prustend rief er: "Was? Du kleines Federknäuelchen willst mit deinen dürren Beinchen den Himmel auffangen?" Der kleine Spatz erwiderte sehr ruhig und ernst: "Tja, man tut was man kann!"

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